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Ziele des Impact Investments

Nicht nur mit den Erträ­gen, son­dern schon mit der Kap­i­ta­lan­lage Gutes tun: Stiftun­gen ori­en­tieren sich daran, ihre gesellschaftliche Wirkung zu steigern und gemein­nützige Gelder für den guten Zweck einzuset­zen. In Zeit­en geringer Zin­sen ist es häu­fig schw­er, soziale Impulse nur mit erwirtschafteten Erträ­gen des Kap­i­tals zu erre­ichen. Eine Möglichkeit, die Ziele der Stiftung zu erre­ichen und gle­ichzeit­ig wirtschaftlich zu han­deln, ist Impact Invest­ing, der Ein­satz der Kap­i­ta­lan­lage selb­st zur Erre­ichung der Stiftungsziele.
 
Dieses wirkung­sori­en­tierte Invest­ment ist so gestal­tet, dass der finanzielle Ein­satz wieder erwirtschaftet und eventuell sog­ar gewinnbrin­gend angelegt wird. Dabei investiert man auss­chließlich in Unternehmen und Pro­jek­te, mit denen die Stiftungsziele erre­icht oder zumin­d­est nach­haltig unter­stützt  wer­den.
 

Wirksamkeit sozialer Investments

Die klas­sis­che Kap­i­ta­lan­lage ist allein auf den Gewinn aus­gelegt. Die Spende unter­stützt den sozialen Wan­del. Impact Invest­ments verbinden diese bei­den Zweige und stoßen gesellschaftliche Verän­derun­gen an, ohne auf den Kap­i­ta­lansatz zu verzicht­en. Ins­beson­dere Stiftun­gen, die ihre Gelder gemäß ihrer Satzung ein­set­zen wollen, kommt das ent­ge­gen.

Wer das Stiftungskap­i­tal wirkung­sori­en­tiert anlegt, läuft nicht Gefahr, in Fonds zu investieren, die indi­rekt die Ziele der Stiftung tor­pedieren. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Unternehmen unter­stützt wer­den, die sich nicht im Sinne der Stiftung ver­hal­ten. Während “ethis­che Investi­tio­nen” nur Unternehmen auss­chließen, die der Umwelt oder Men­schen schaden, wird beim Impact Invest­ing das Wirkungsziel zur Strate­gie und das Invest­ment darauf aus­gerichtet. Anhand der definierten Ziele wer­den die sozialen Erfolge regelmäßig gemessen.

Höhe des sozialen Investments

Für Stiftun­gen ist es beson­ders wichtig, nicht in riskante Pro­jek­te zu investieren. Das Stiftungskap­i­tal darf nicht gefährdet wer­den. Start-Up-Unternehmen und neue Pro­duk­tideen sind also nicht ide­al, um das Geld einzuset­zen. Aus diesem Grund scheuen viele kleine Stiftun­gen soziale Invest­ments. In der Tat sind die genan­nten Ein­satzge­bi­ete eher für finanzs­tarke Part­ner mit unge­bun­den­em Kap­i­tal geeignet. Doch es gibt auch Impact Invest­ments, die mit einem kleinen finanziellen Ein­satz auskom­men. Die Div­i­dende wirkung­sori­en­tiert­er Invest­ments — selb­st mit geringem Risiko — über­steigt meist die Guthaben-Zin­sen bei der Bank. Rück­la­gen kön­nen wach­sen. Das ist unab­hängig davon, ob man 400, 4000 oder 400.000 Euro ein­zahlt. Der Gewinn fließt regelmäßig.

Möglichkeiten für wirkungsorientierte Investitionen

Es gibt mehrere Möglichkeit­en der wirkung­sori­en­tierten Anlage­form. Eine ist die Direk­t­in­vesti­tion in Unternehmen, die sich den Stiftungszie­len wid­men, etwa dem Umweltschutz, dem sozialen Wan­del oder der Bil­dung. Allerd­ings haben kleine Stiftun­gen hier­bei oft keine Erfahrung und auch keine Man­pow­er, um das Direk­t­in­vest­ment fachkundig zu betreuen.

Spezielle Impact-Invest­ing-Fonds sind hier die ein­fachere Vari­ante. Sie wer­den von Fond­man­agern betreut, die sich ausken­nen und regelmäßige Berichte abliefern. Auch Bonds für soziale oder umwelt­fre­undliche Aktio­nen und Pro­jek­te sind eine Möglichkeit des Invest­ments. Die zin­stra­gen­den Wert­pa­piere sor­gen für einen finanziellen Ertrag, während das Geld für stiftungsrel­e­vante Zwecke einge­set­zt wird. Auch in Sach­w­erte wie Immo­bilien kön­nen kleine Stiftun­gen investieren, etwa mit Blick auf die Energieef­fizienz oder die Nutzung. Wichtig ist auch hier der Bezug zu den Stiftungszie­len.

Stiftungsvermögen und Fördermittel

Selb­stver­ständlich sind auch beim wirkung­sori­en­tierten Invest­ment die Stiftungssatzung und die Geset­ze des Stiftungs- und des Gemein­nützigkeit­srechts zu beacht­en. Hohe finanzielle Risiken sind somit aus­geschlossen und die Stiftungsziele müssen trotz Invest­ment mit dem vorhan­de­nen Ver­mö­gen erre­ich­bar sein. Wirkung­sori­en­tierte Invest­ments sind unter Berück­sich­ti­gung der Anlagerichtlin­ien grund­sät­zlich mit dem Stiftungsver­mö­gen und mit För­der­mit­teln möglich. Ver­ant­wortliche soll­ten hierzu die Anlagerichtlin­ien prüfen und gegebe­nen­falls über­ar­beit­en lassen.

Auch die Auf­sichts­be­hör­den soll­ten über die Anlage­form informiert wer­den, bevor es los­ge­ht. Besten­falls wird ein Experte befragt, denn es gibt einige Details zu beacht­en. So dür­fen Investi­tio­nen aus För­der­mit­teln beispiel­sweise nur an gemein­nützige Organ­i­sa­tio­nen fließen.

Die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung

Stiftun­gen haben es angesichts der zahlre­ichen Möglichkeit­en zum wirkung­sori­en­tierten Kap­i­talein­satz heute leicht, ein passendes Pro­jekt zu find­en. Der zu wäh­lende The­men­bere­ich ist natür­lich von den Stiftungszie­len abhängig. Auf der UNO-Vol­lver­samm­lung 17 Ziele fest­gelegt, die auch für ein Impact-Invest­ing rel­e­vant sind. Sie reichen von nach­haltiger Land­wirtschaft über Bil­dung und Gesund­heit bis hin zur Armuts­bekämp­fung und zur Wasserver­sorgung. Die Ziele im Einzel­nen:

  • Armut beseit­i­gen
  • Ernährung sich­ern
  • Gesun­des Leben ermöglichen
  • Bil­dung für alle fördern
  • Gle­ich­stel­lung der Geschlechter erre­ichen
  • Wass­er und San­itärver­sorgung gewährleis­ten
  • Zugang zu bezahlbar­er, ver­lässlich­er Energie schaf­fen
  • Men­schen­würdi­ge Arbeit für alle fördern
  • Nach­haltige Indus­tri­al­isierung unter­stützen
  • Ungle­ich­heit ver­ringern
  • Nach­haltige und sichere Städte und Sied­lun­gen
  • Nach­haltige Kon­sum- und Pro­duk­tion­sweisen sich­er­stellen
  • Kli­mawan­del und seine Auswirkun­gen bekämpfen
  • Nach­haltige Nutzung der Meere
  • Landökosys­teme schützen
  • Frieden, Gerechtigkeit und starke Insti­tu­tio­nen schaf­fen
  • Glob­ale Part­ner­schaft stärken

Wirkung von Impact Investments messen

Eben­so wichtig wie die Wahl des Invest­ment-Pro­jek­ts ist die Mes­sung der Wirk­samkeit sozialer Invest­ments. Finanziell ist das recht ein­fach. Die soziale Wirk­samkeit hinge­gen lässt sich zunächst nicht ein­fach mit Zahlen nach­prüfen. Um die Voraus­set­zun­gen für Wirkungsnach­weise zu schaf­fen, müssen zunächst die Eck­punk­te definiert wer­den. Dies geschieht in der Regel mit ein­er Wirkungstreppe. Was muss wann bei wem erre­icht wer­den, um welche Wirkung zu erzie­len? In der Basis kön­nte das zum Beispiel sein, die Ziel­gruppe zu erre­ichen und Aktio­nen nach Plan durchzuführen. Erst dann wird die anvisierte Wirkung umris­sen. Hier geht es bei sozialen Pro­jek­ten zum Beispiel darum, dass sich das Bewusst­sein für ein Prob­lem ändert, dass die Ziel­gruppe ihr Han­deln ändert, dass Lebenssi­t­u­a­tio­nen sich verbessern und die Gesellschaft sich wan­delt.

Wirkungsziel und Invest­ment müssen dabei natür­lich in seinem gesun­den Ver­hält­nis ste­hen und die Indika­toren für die Mes­sung müssen real­is­tisch aus­fall­en. Lei­der lässt sich nicht immer alles genau messen, zumal Verän­derun­gen Zeit brauchen und Impact Invest­ments sehr langfristig wirken. Den­noch sind Analy­sen möglich, an denen sich die Stiftung ori­en­tieren kann.

Kriterien für die Auswahl des Impact-Investment-Projekts

In erster Lin­ie sind die Stiftungsziele auss­chlaggebend für das passende Pro­jekt beim Direk­t­in­vest­ment. Darüber hin­aus kön­nen sich Ver­ant­wortliche bei der Auswahl an eini­gen Punk­ten ori­en­tieren. So ist es zum Beispiel wichtig, dass das Pro­jekt praxis­er­probt ist und zur Ziel­gruppe durch­dringt. Nur wenn die Ziel­gruppe sich ange­sprochen fühlt, ist ein Wirkung zu erzie­len. Basieren die geplanten Hand­lungss­chritte auf Erfahrung, ist der Erfolg wahrschein­lich­er. Außer­dem sind eine hohe Kom­pe­tenz auf Führungsebene und eine klare Struk­tur im Ablauf gute Indika­toren für erfol­gsver­sprechende Pro­jek­te. Auch Finanzierungskonzepte und Kon­trollmech­a­nis­men dür­fen nicht fehlen. Trans­parenz und Öffentlichkeit­sar­beit unter­stützen das Pro­jekt und tra­gen zu guten Ergeb­nis­sen und Akzep­tanz bei.

Beim Social-Impact-Bond bilden die öffentliche Ver­wal­tung, Sozial­dien­stleis­ter und Kap­i­tal­ge­ber eine Gemein­schaft. Die Stiftung gibt hier also einen sozialen Wirkungskred­it, dessen Rah­menbe­din­gun­gen vorher fest­gelegt wer­den. Hier müssen Ver­ant­wortliche prüfen, ob die Investi­tion mit den Anlagerichtlin­ien der Stiftung kom­pat­i­bel ist. Die Ergeb­nisse des Pro­jek­ts wer­den von einem Gutachter beurteilt.

Green-Bonds, die für Stiftun­gen aus dem Umwelt­bere­ich inter­es­sant sind, wer­den in Deutsch­land zum Beispiel von der Kred­i­tanstalt für Wieder­auf­bau auf den Markt gebracht. Die grü­nen Anlei­hen entsprechen in der Hand­habung nor­malen Staat­san­lei­hen oder Unternehmen­san­lei­hen. Green Bonds soll­ten aber dem frei­willi­gen Stan­dard der Green Bond Prin­ci­ples (GBP) gerecht wer­den. Hier kön­nen sich Ver­ant­wortliche erkundi­gen, ob die Ein­hal­tung offen­gelegt wird, obwohl der Nach­weis nicht verpflich­t­end ist. Wer in klas­sis­che Fonds investieren möchte und sich nicht gut damit ausken­nt, sollte einen Experten um Rat fra­gen, der aktuelle Möglichkeit­en und Anbi­eter im Blick hat.